Markt München – 7. Mai 2026

Münchner Immobilien­markt Q1 2026: Mietpreise +5,7 %

Die Mietpreise in München sind im ersten Quartal 2026 um 5,7 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen – auf durchschnittlich 20,44 €/m². Die Kaufpreise legten nur um 2,8 % zu. Erstmals seit Jahren verschiebt sich die Rechnung zugunsten des Kaufs – allerdings nur, wenn Sie mindestens 25 % Eigenkapital mitbringen.

Hendrik Benevides – Finanzberater München

Die Eckdaten Q1 2026

  • Durchschnittliche Miete: 20,44 €/m² (Q1 2026), gegenüber 19,35 €/m² im Vorjahr – +5,7 % YoY
  • Spitzenmieten Altstadt-Lehel: 25,11 €/m²
  • Bestandswohnungen Kaufpreis: +2,8 % YoY
  • Durchschnittspreis Wohnimmobilien: ~8.800 €/m²
  • Bauzinsen (Mai 2026): ~4 % effektiv, zehnjährige Bindung
  • Eigenkapitalquote: Eigennutzer brachten 2026 im Schnitt 30,5 % mit – 10-Jahres-Höchststand

Was diese Zahlen bedeuten: Wer 2026 mietet, zahlt deutlich mehr als noch vor 12 Monaten. Wer kauft, profitiert von einem Kaufpreis­wachstum, das die Inflation nicht mehr überholt – und damit von einer historisch realistischeren Bewertungs­basis.

Rechenbeispiel: 80 m² in München

Konkreter Vergleich für eine durchschnittliche 80-m²-Wohnung in einem soliden Münchner Stadtteil (z. B. Sendling, Laim, Obermenzing):

Variante A – Mieten:

  • Kaltmiete: 80 m² × 20,44 € = 1.635 €/Monat
  • Nebenkosten: ~250 €/Monat
  • Gesamtbelastung: ~1.885 €/Monat
  • Vermögensaufbau: 0 € – jede Rate ist Ausgabe.

Variante B – Kaufen (30 % EK):

  • Kaufpreis: 80 m² × 8.800 € = 704.000 €
  • Kaufnebenkosten Bayern (~5 %): ~35.000 €
  • Eigenkapital: 211.000 € (Kaufpreis) + Nebenkosten = ~246.000 €
  • Darlehen: 493.000 € × 4 % Zins + 2 % Tilgung = ~2.465 €/Monat
  • Hausgeld + Rücklagen: ~200 €/Monat
  • Gesamtbelastung: ~2.665 €/Monat
  • Davon Tilgung: ~822 €/Monat = Vermögensaufbau

Auf den ersten Blick: Kaufen kostet 780 € mehr pro Monat als Mieten.

Auf den zweiten Blick: Von den 2.665 € sind 822 € Tilgung – also Vermögensaufbau. Der echte „Konsum-Anteil“ (Zinsen + Hausgeld) beträgt nur ~1.843 € – weniger als die Mietbelastung.

Auf den dritten Blick: Die Mietkosten steigen weiter. Bei +5 % Mietentwicklung pro Jahr zahlen Sie in 10 Jahren rund 2.660 €/Monat. Ihre Kauf-Rate bleibt bei ~2.465 €/Monat fix – und reduziert sich nach Tilgungs­ende auf null.

Wann Kaufen 2026 wirklich Sinn macht

Trotz besserer Buy-vs-Rent-Mathematik passt der Kauf nicht zu jeder Lebenslage. Drei Bedingungen sollten erfüllt sein:

  1. Eigenkapital ≥ 25 %. Banken bewerten 2026 strenger. Wer mit 10 % Eigenkapital kommt, zahlt 0,3–0,6 Prozentpunkte Risikoaufschlag – oder bekommt gar kein Darlehen.
  2. Bleibehorizont ≥ 8–10 Jahre. Bei kürzerer Haltedauer fressen Kaufnebenkosten + ggf. Vorfälligkeit den Tilgungsgewinn auf.
  3. Tragfähige Monatsbelastung. Die Rate sollte 35 % Ihres Nettoeinkommens nicht überschreiten – sonst wird's eng bei Sondersituationen.

Stadtteil-Snapshot: Wo sich der Kauf 2026 besonders rechnet

Die Buy-vs-Rent-Mathematik fällt nicht in jedem Münchner Stadtteil gleich aus. Drei Beispiele:

Was der Markt sonst noch sagt

Käufermarkt im Bestand: Mit den steigenden Zinsen wachsen die Verkaufs­angebote schneller als die Nachfrage. Wer 2026 kauft, hat in vielen Stadtteilen erstmals Verhandlungs­spielraum – Preisnachlässe von 3–7 % sind realistisch.

Energieeffizienz wird zum Preistreiber: Mit dem Gebäude­modernisierungs­gesetz (GMG) ab 1. Juli 2026 werden Bestandsobjekte mit schlechter Energieklasse spürbar günstiger – weil künftige Sanierungs­kosten eingepreist werden. Vorsicht: Diese Häuser haben oft die größeren Renovierungs­rücklagen im Bauch.

KfW-Förderung verändert die Rechnung: Bei Neubau-Effizienzhäusern (siehe Beitrag KfW Klimafreundlicher Neubau) reduziert sich die effektive Belastung durch 1 %-Zinsen für bis zu 100.000 € Kreditbetrag massiv. Damit wird Neubau plötzlich konkurrenz­fähiger zum Bestand.

Mein Fazit für Q2 2026

Wer 30 % Eigenkapital hat, langfristig in München bleibt und eine tragfähige Monatsbelastung schultern kann, profitiert 2026 erstmals seit Jahren von einer Markt­situation, in der die Käuferseite Pluspunkte sammelt: moderates Preiswachstum, Verhandlungs­spielraum im Bestand, steigende Vergleichsmieten und KfW-Förder­mittel, die ein Stück Niedrigzins-Ära zurückbringen.

Wer das Eigenkapital nicht hat oder die Lebensplanung unsicher ist: Bleiben Sie kühl. Mieten ist 2026 unbestreitbar teurer als 2025 – aber günstiger als ein Kauf, der unter Stress gerät.

Wo Sie genau stehen, klären wir am besten in einem Gespräch. Bringen Sie Einkommen, Eigenkapital und Wunschvorstellung mit – ich rechne Ihnen die nächsten zehn Jahre durch.

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