Wer 2026 die alte Heizung tauscht, das Dach dämmt oder neue Fenster einbaut, lässt sich einen erheblichen Teil vom Staat zahlen: Beim Heizungstausch über die KfW sind bis zu 70 % Zuschuss drin – maximal 21.000 €. Dazu kommen BAFA-Zuschüsse für die Gebäudehülle. Eine wichtige Änderung müssen Sie 2026 kennen, sonst beantragen Sie beim falschen Amt. Hier sind alle Fördersätze und die passende Finanzierung für den Eigenanteil.
Heizungstausch: bis 70 % Zuschuss (max. 21.000 €) über KfW 458 – seit 2026 bei der KfW, nicht mehr beim BAFA. Gebäudehülle (Dämmung, Fenster): 15 % + 5 % iSFP-Bonus über das BAFA. Komplettsanierung zum Effizienzhaus: zinsgünstiger Kredit bis 150.000 € über KfW 261. Wichtig: Antrag immer vor Auftragsvergabe.
Wenn Sie 2026 in München sanieren, müssen Sie eine Sache wissen, sonst landen Sie beim falschen Amt: Die Heizungsförderung beantragen Sie jetzt bei der KfW (Programm 458 „Heizungsförderung für Privatpersonen“) – nicht mehr beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Das BAFA bleibt zuständig für alles rund um die Gebäudehülle und Anlagentechnik. Diese Aufteilung sorgt regelmäßig für Verwirrung – und für verlorene Zuschüsse, wenn der Antrag am falschen Ort gestellt wird.
Die gute Nachricht: Beide Förderschienen laufen 2026 ohne Einschränkungen weiter. Gerade für München mit seinem großen Bestand an Nachkriegs- und Altbauten ist das relevant – hier schlummert das größte Sanierungspotenzial der Stadt, und die Fördersätze sind so hoch wie selten.
Beim Austausch einer alten Öl- oder Gasheizung gegen eine klimafreundliche Heizung (Wärmepumpe, Biomasse, Wärmenetzanschluss) berücksichtigt die KfW förderfähige Kosten von maximal 30.000 € bei einem Einfamilienhaus. Davon erhalten Selbstnutzer bis zu 70 % – also bis zu 21.000 € Zuschuss, den Sie nicht zurückzahlen müssen. Der Satz setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen:
| Förderbaustein | Satz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | für alle, die eine förderfähige Heizung einbauen |
| Klimageschwindigkeitsbonus | +20 % | Tausch alter, funktionierender Heizung bis 31.12.2028 (Selbstnutzer) |
| Einkommensbonus | +30 % | zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 40.000 € |
| Effizienzbonus | +5 % | Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel oder Quelle Wasser/Erdreich/Abwasser |
Die Boni sind kombinierbar, der Gesamtzuschuss ist aber bei 70 % gedeckelt. Wer eine besonders emissionsarme Biomasseheizung wählt, bekommt zusätzlich einen einmaligen Emissionsminderungszuschlag von 2.500 € – in der Spitze also bis zu 23.500 €. Den vollen Klimageschwindigkeitsbonus gibt es nur bis Ende 2028; danach sinkt er alle zwei Jahre um drei Prozentpunkte. Wer ohnehin tauschen will, tut es 2026 also günstiger als später.
Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und Anlagentechnik – Dämmung von Dach, Fassade und Kellerdecke, neue Fenster und Außentüren, Lüftungsanlagen oder Heizungsoptimierung – ist das BAFA zuständig. Hier liegt die Grundförderung bei 15 % der förderfähigen Kosten. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) kommen weitere 5 % hinzu – macht 20 %.
Förderfähig sind Kosten bis 30.000 € pro Wohneinheit und Jahr, mit iSFP sogar bis 60.000 €. Für die typische Münchner Altbauwohnung oder das Reihenhaus aus den 60er- und 70er-Jahren lohnt sich der iSFP fast immer: Er hebt nicht nur die Fördergrenze, sondern bringt die Maßnahmen auch in die wirtschaftlich sinnvolle Reihenfolge.
Wer nicht nur einzelne Bauteile, sondern das ganze Haus auf einen Effizienzhaus-Standard bringt, nutzt den KfW-Kredit 261 (Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude). Das ist ein zinsgünstiges Darlehen von bis zu 150.000 € pro Wohneinheit mit einem Tilgungszuschuss, der je nach erreichtem Effizienzhaus-Niveau einen Teil des Kredits in einen geschenkten Zuschuss verwandelt.
In der Praxis kombinieren wir die Schienen: KfW 458 für die neue Heizung, BAFA für Dämmung und Fenster, KfW 261 oder ein klassischer Modernisierungskredit für den Eigenanteil. Verpflichtend für BAFA-Einzelmaßnahmen und KfW 261 ist die Einbindung einer Energieeffizienz-Expertin oder eines -Experten aus der Expertenliste des Bundes.
Eine Familie ersetzt ihre 22 Jahre alte Gasheizung durch eine Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel. Kosten inklusive Einbau: 35.000 €. Die KfW berücksichtigt davon die maximal förderfähigen 30.000 €.
Den Eigenanteil von 14.000 € (bzw. 19.000 € inkl. der nicht förderfähigen 5.000 €) finanzieren wir über einen Modernisierungskredit. In München, wo Handwerkerkosten überdurchschnittlich hoch sind, macht die Förderquote oft den Unterschied, ob eine Sanierung wirtschaftlich ist oder nicht.
Wie viel Förderung gibt es für den Heizungstausch?
Bis zu 70 % von max. 30.000 € förderfähigen Kosten = bis zu 21.000 € über KfW 458, plus 2.500 € Emissionsminderungszuschlag bei emissionsarmer Biomasse.
Was hat sich 2026 geändert?
Die Heizungsförderung beantragen Sie jetzt bei der KfW (458), nicht mehr beim BAFA. Das BAFA bleibt für die Gebäudehülle zuständig.
Wie komme ich auf 70 %?
30 % Grundförderung + 20 % Klimageschwindigkeitsbonus + 30 % Einkommensbonus (bei zvE bis 40.000 €), gedeckelt auf 70 %. Der Effizienzbonus von 5 % zählt für effiziente Wärmepumpen.
Was fördert das BAFA?
Einzelmaßnahmen an Gebäudehülle und Anlagentechnik: Dämmung, Fenster, Türen, Lüftung. 15 % Grundförderung, +5 % mit iSFP, förderfähig bis 30.000 € (mit iSFP 60.000 €) pro Jahr.
Kann ich den Eigenanteil finanzieren?
Ja, über einen Modernisierungskredit oder den KfW-261-Kredit (bis 150.000 €/Wohneinheit mit Tilgungszuschuss). Welche Kombination am günstigsten ist, rechnen wir gemeinsam durch.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Fördersätze, Boni und Höchstgrenzen können sich kurzfristig ändern; maßgeblich sind die offiziellen Merkblätter von KfW und BAFA zum Zeitpunkt der Antragstellung. Quellen: KfW Programm 458 „Heizungsförderung für Privatpersonen“ (2026), BAFA Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen, Finanztip Heizungsförderung (Februar 2026), ADAC Förderung Heizung (Februar 2026), Gebäudeforum klimaneutral zur Wärmepumpen-Förderung.
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