Finanzberater München – Hendrik Benevides

Berufsunfähigkeit absichern: warum der Staat hier eine Systemlücke hat

Etwa jeder vierte Arbeitnehmer wird im Lauf des Erwerbslebens berufsunfähig — im Schnitt mit 48 Jahren, in rund 38 % der Fälle wegen psychischer Erkrankungen und Erkrankungen des Nervensystems. Die gesetzliche Absicherung greift dabei seltener, als fast alle annehmen. Hier steht, warum. Als Finanzberater in München rechne ich Ihre Einkommenslücke konkret durch – kostenfreies Erstgespräch, unverbindlich und ohne Verkaufsdruck.

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Hendrik Benevides – Berufsunfähigkeit absichern: warum der Staat hier eine Systemlücke hat

Was Berufsunfähigkeit bedeutet

Berufsunfähig ist, wer den zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kann — voraussichtlich dauerhaft, in der Regel für mindestens sechs Monate. Das ist die Definition, mit der eine private Berufsunfähigkeitsversicherung arbeitet.

Der entscheidende Teil ist „den zuletzt ausgeübten Beruf". Die gesetzliche Absicherung stellt eine andere Frage — und dieser Unterschied ist der Grund für die Lücke, um die es auf dieser Seite geht.

Die Statistik, ehrlich gelesen

Drei belegte Zahlen — und was sie tatsächlich bedeuten:

Was diese Zahlen nicht sagen: dass Sie mit 25 % Wahrscheinlichkeit morgen betroffen sind. Es ist ein Lebenszeitrisiko, und in jedem einzelnen Jahr ist die Wahrscheinlichkeit klein. Genau das macht die Entscheidung schwer — ein kleines jährliches Risiko fühlt sich vernachlässigbar an, obwohl es sich über 30 Berufsjahre zu einem großen summiert.

Und was sie ebenfalls nicht sagen: dass es vor allem körperlich arbeitende Menschen trifft. Der Anteil psychischer Ursachen zeigt das Gegenteil.

Die Systemlücke: warum die gesetzliche Rente meist nicht greift

Hier liegt der Punkt, der in Beratungsgesprächen für die meiste Überraschung sorgt. Die gesetzliche Rentenversicherung kennt keine Berufsunfähigkeitsrente mehr — für alle ab Jahrgang 1961 wurde sie 2001 durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt. Und die prüft etwas anderes.

Private BU Gesetzliche Erwerbsminderung
Maßstab Ihr zuletzt ausgeübter Beruf Irgendeine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
Volle Leistung wenn zu 50 % nicht mehr ausübbar wenn unter 3 Stunden täglich möglich
Halbe Leistung bei 3 bis unter 6 Stunden täglich
Keine Leistung ab 6 Stunden täglich möglich
Höhe die vereinbarte Rente rund 1.040 € Zahlbetrag im Bestand (volle EM-Rente, DRV 31.12.2024)

Was das praktisch heißt: Eine Physiotherapeutin mit kaputter Schulter kann ihren Beruf nicht mehr ausüben. Sie könnte aber acht Stunden am Telefon sitzen. Ergebnis: berufsunfähig — und ohne Anspruch auf gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Die private Versicherung leistet, der Staat nicht.

Dasselbe gilt für die Handwerkerin, die nicht mehr auf die Leiter kann, den Koch mit Mehlstauballergie, die Erzieherin nach einem Hörsturz. In all diesen Fällen endet der erlernte Beruf, ohne dass die gesetzliche Definition erfüllt wäre.

Und selbst wenn sie erfüllt ist: Die volle Erwerbsminderungsrente liegt im Bestand bei rund 1.040 € Zahlbetrag (Deutsche Rentenversicherung, Stand 31.12.2024) — das ist der Betrag nach Kranken- und Pflegeversicherung, aber vor Steuern. Bei 3.400 € Fixkosten, wie im Rechenbeispiel auf Baufinanzierung absichern, ist das kein Ersatz, sondern ein Zuschuss.

Was eine BU-Versicherung leistet

Sie zahlt eine vereinbarte monatliche Rente, solange die Berufsunfähigkeit besteht — längstens bis zum vereinbarten Endalter. Kein Kapital, keine Auszahlung bei Vertragsende: Es ist reiner Risikoschutz, wie eine Risikolebensversicherung, nur für ein anderes Ereignis.

Vier Punkte bestimmen die Qualität eines Vertrags weit mehr als der Beitrag:

  1. Verzicht auf abstrakte Verweisung. Ohne diesen Verzicht kann der Versicherer auf einen anderen Beruf verweisen, den Sie theoretisch ausüben könnten — dann wären Sie in derselben Lage wie beim Staat. Der Verzicht ist heute Standard, aber prüfenswert.
  2. Konkrete Verweisung. Sie greift, wenn Sie tatsächlich einen anderen Beruf ausüben, der in Einkommen und sozialer Stellung vergleichbar ist. Das ist sachgerecht — wichtig sind die Details der Vergleichbarkeitsprüfung.
  3. Prognosezeitraum. Sechs Monate ist der übliche und günstige Wert. Längere Zeiträume verzögern die Leistung.
  4. Nachversicherungsgarantie. Sie erlaubt, die Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen — bei Heirat, Geburt, Gehaltssprung oder eben beim Immobilienkauf. Wer jung mit kleiner Rente startet, hält sich damit den Weg nach oben offen.

Wie hoch die Rente sein sollte

Die verbreitete Faustregel lautet: 70 bis 80 % des Nettoeinkommens. Sie ist als erste Näherung brauchbar, aber sie ignoriert Ihre konkreten Verpflichtungen.

Die bessere Rechnung geht von unten:

Fixkosten (inklusive Rate) − Partnereinkommen − realistisch geschätzte gesetzliche Leistung = benötigte BU-Rente

Im Rechenbeispiel: 3.400 € Fixkosten, 2.000 € Partnereinkommen. Bleibt eine Lücke von 1.400 € — bevor eine gesetzliche Leistung überhaupt ins Spiel kommt. Und genau das ist der Regelfall: Wer den erlernten Beruf nicht mehr ausüben kann, aber theoretisch sechs Stunden täglich irgendetwas anderes schaffen würde, bekommt null.

Nur wenn die volle Erwerbsminderung anerkannt wird, kommen rund 1.040 € dazu — dann bliebe eine Lücke von 360 €. Auf diesen günstigen Fall sollte man die Absicherung aber nicht auslegen: Er setzt voraus, dass Sie praktisch gar nicht mehr arbeiten können, und selbst dann ist noch kein Cent für Lebensmittel, Kleidung oder Mobilität eingerechnet — die Rechnung deckt nur die Fixkosten.

Der Absicherungslücken-Rechner macht diese Rechnung mit Ihren Zahlen und zeigt zusätzlich, wie lange Ihre Rücklagen die Lücke tragen würden. Er läuft vollständig im Browser, es werden keine Daten übertragen.

Warum „später" die teure Variante ist

Der Beitrag richtet sich nach Eintrittsalter, Beruf, Gesundheitszustand und Laufzeit. Zwei davon verändern sich mit jedem Jahr Wartezeit zu Ihren Ungunsten:

Daraus folgt eine unbequeme, aber ehrliche Aussage: Die Frage ist selten, ob eine BU sinnvoll ist, sondern ob sie noch möglich ist. Wer gesund ist, hat eine Wahl. Wer eine Diagnose hat, hat sie eingeschränkt.

Ein praktischer Hinweis vorab: Fordern Sie vor dem Antrag Ihre Patientenquittung bei der Krankenkasse an. Dort steht, welche Diagnosen in den letzten Jahren abgerechnet wurden — oft mehr, als man erinnert. Diese Liste zu kennen, bevor man Gesundheitsfragen beantwortet, ist der Unterschied zwischen einer sauberen Annahme und einem Streit im Leistungsfall.

Wenn eine BU nicht (mehr) geht

Bei Vorerkrankungen, riskanten Berufen oder hohem Eintrittsalter kann eine klassische BU zu teuer oder nicht erhältlich sein. Dann gibt es abgestufte Alternativen — jede mit engerem Schutz, aber besser als nichts:

Welche davon in Frage kommt, hängt vom konkreten Befund ab. Das ist kein Gespräch über Tarife, sondern über die Frage, welcher Schutz mit Ihrer Krankengeschichte überhaupt erreichbar ist.

Der nächste Schritt

Im Erstgespräch klären wir drei Dinge: Ihre tatsächliche Lücke, den Bestand (betriebliche Absicherung, Versorgungswerk, alte Verträge aus der Ausbildungszeit) und die realistische Reihenfolge, wenn das Budget begrenzt ist.

Wenn dabei herauskommt, dass eine bestehende Absicherung ausreicht, sage ich das. Häufiger ist der andere Befund: Es existiert etwas, aber die Rente ist auf einem Stand von vor zehn Jahren — abgeschlossen vor Immobilie, vor Kind, vor der heutigen Rate.

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Warum Hendrik Benevides Ihr Vorteil ist

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente fragt nicht, ob Sie Ihren Beruf noch ausüben können, sondern ob Sie irgendeine Tätigkeit schaffen. Diese eine Formulierung entscheidet über den gesamten Anspruch.

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Häufige Fragen

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich notwendig?

Notwendig ist sie für jeden, der von seinem Arbeitseinkommen lebt und keine ausreichenden Rücklagen hat, um Jahrzehnte ohne dieses Einkommen zu überbrücken. Das trifft auf die große Mehrheit zu. Der Grund liegt nicht in der Wahrscheinlichkeit allein — etwa jeder Vierte ist betroffen —, sondern in der Kombination aus hoher Wahrscheinlichkeit, langer Dauer und einer gesetzlichen Leistung, die im Bestand bei rund 1.040 € Zahlbetrag liegt und oft gar nicht greift.

Was sind die Nachteile einer Berufsunfähigkeitsversicherung?

Drei sind real: Der Beitrag ist im Vergleich zu anderen Versicherungen hoch, weil das Risiko hoch ist. Die Gesundheitsprüfung entscheidet über Annahme, Zuschlag oder Ablehnung — wer vorerkrankt ist, kommt schwerer hinein. Und im Leistungsfall muss die Berufsunfähigkeit nachgewiesen werden, was Aufwand bedeutet. Was dagegen kein Nachteil ist: der oft gehörte Vorwurf, Versicherer zahlten grundsätzlich nicht. Die Branchenstatistiken zeigen Anerkennungsquoten von rund 80 %; die häufigsten Gründe für eine Ablehnung sind, dass der Versicherte das Verfahren nicht weiterverfolgt (rund 41 %) oder dass die Restleistungsfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf noch bei 50 Prozent oder mehr liegt (rund 44 %). Eine Verletzung der Anzeigepflicht steht erst an vierter Stelle mit unter 10 Prozent — sie ist trotzdem der Grund, den man selbst in der Hand hat.

Wann macht eine BU keinen Sinn?

Wenn Sie kurz vor dem Ruhestand stehen und die verbleibenden Jahre aus Vermögen überbrücken könnten — dann ist der Beitrag im Verhältnis zum verbleibenden Risiko hoch. Wenn Ihr Einkommen ohnehin nicht aus Erwerbsarbeit stammt. Oder wenn Vorerkrankungen nur zu einem so hohen Zuschlag führen, dass Alternativen wie eine Grundfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung mehr Schutz pro Euro bringen. Für alle anderen ist sie eher zu spät als überflüssig.

Wie viel sollte eine BU im Monat kosten?

Eine seriöse Zahl lässt sich nicht pauschal nennen — der Beitrag hängt an Beruf, Alter, Gesundheitszustand, gewünschter Rentenhöhe und Laufzeit, und diese Faktoren wirken stark. Die belastbare Aussage ist eine andere: Der Beitrag steigt mit jedem Jahr, das Sie warten, aus zwei Gründen gleichzeitig — Sie sind älter, und die Wahrscheinlichkeit einer Vorerkrankung steigt. Deshalb ist der günstigste Zeitpunkt fast immer der heutige, und der Vergleich lohnt sich vor allem über die Bedingungen, nicht über den Beitrag.

Was ist der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsminderung?

Der Unterschied ist der Bezugspunkt. Berufsunfähigkeit meint: Sie können Ihren zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben — das ist die Definition der privaten Versicherung. Erwerbsminderung meint: Sie können auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt keine Tätigkeit mehr über sechs Stunden täglich ausüben, egal welche — das ist die Definition der gesetzlichen Rentenversicherung. Wer als Dachdecker nicht mehr aufs Dach kann, aber am Empfang sitzen könnte, ist berufsunfähig, aber nicht erwerbsgemindert.

Wie hoch sollte die BU-Rente sein?

Sie sollte die Lücke zwischen dem laufenden Bedarf und dem schließen, was ohne Ihr Einkommen übrig bleibt. Ein üblicher Orientierungswert sind 70 bis 80 % des Nettoeinkommens — sinnvoller ist die Rechnung von unten: Fixkosten inklusive Rate, minus Partnereinkommen, minus einer realistisch geschätzten gesetzlichen Leistung. Bei laufender Finanzierung ist die Rate der bestimmende Posten, und sie lässt sich nicht kürzen.

Kann ein Schlaganfall zu Berufsunfähigkeit führen?

Ja, und er gehört zu den Ursachen, die häufig unterschätzt werden — Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine der großen Ursachengruppen. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung prüft dabei nicht die Diagnose, sondern die Auswirkung: ob Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf noch zu mindestens 50 % ausüben können. Bei bleibenden Einschränkungen der Sprache, Motorik oder Konzentration ist das je nach Beruf schnell verneint.

Ich arbeite im Büro — brauche ich trotzdem eine BU?

Gerade dann. Der verbreitete Gedanke, körperlich leichte Arbeit sei sicher, geht an der Statistik vorbei: Rund 38 % aller Fälle gehen auf psychische Erkrankungen und Erkrankungen des Nervensystems zurück, und diese Ursache betrifft Bürotätigkeiten mindestens genauso. Der Vorteil eines Bürojobs liegt woanders — er führt in der Regel zu einer günstigeren Berufsgruppe und damit zu einem niedrigeren Beitrag für denselben Schutz.

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Hinweis: Diese Darstellung ist eine unverbindliche Kurzinformation und ersetzt keine Beratung. Maßgeblich sind allein die aktuellen Versicherungsbedingungen, das Informationsblatt zu Versicherungsprodukten sowie der persönliche Vorschlag. Die Vermittlung erfolgt durch Hendrik Benevides, selbstständiger Finanzberater der Postbank Finanzberatung AG.

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