Womit die Beratung beginnt: mit Ihrer Zahl, nicht mit einem Prospekt
Altersvorsorge heißt: die Differenz zwischen dem, was der Staat später zahlt, und dem, was Sie zum Leben brauchen, rechtzeitig auffüllen. Der häufigste Fehler passiert dabei ganz am Anfang — beim Lesen der eigenen Renteninformation: Dort steht ein Bruttobetrag, von dem erst noch Kranken- und Pflegeversicherung abgehen, danach die Steuer.
Wie groß Ihre Lücke wirklich ist, rechnet der Rentenlücken-Rechner in drei Minuten mit Ihren Werten aus — inklusive der Sozialabgaben, die fast alle Online-Rechner unterschlagen. Er läuft vollständig im Browser, ohne Datenübertragung. Mit dieser Zahl beginnt jedes Erstgespräch — nicht mit einem Produkt.
Wo die gesetzliche Rente heute steht
Vier Zahlen, die den Rahmen setzen:
- Das Rentenniveau ist bis 2031 bei 48 Prozent gesichert. Diese Zahl bezieht sich auf den Durchschnittsverdiener nach 45 Beitragsjahren — nicht auf Ihr Gehalt. Wer weniger als 45 Jahre einzahlt oder über dem Durchschnitt verdient, liegt darunter.
- Ein Entgeltpunkt ist seit Juli 2026 42,52 Euro wert. Einen Punkt bekommt man für ein Jahr mit Durchschnittsverdienst. 40 Punkte, also 40 durchschnittliche Jahre, ergeben rund 1.700 Euro brutto.
- Die durchschnittliche Altersrente liegt bei rund 1.150 Euro — als Zahlbetrag, also bereits nach Kranken- und Pflegeversicherung (Deutsche Rentenversicherung, 31.12.2024; Männer 1.405 €, Frauen 955 €). Brutto wären es etwa 1.320 Euro. Wer die kursierende Zahl als Bruttowert liest, rechnet sich zu reich.
- Der Gender Pension Gap beträgt 25,8 Prozent über alle Alterseinkünfte — auf die eigenen Rentenansprüche gerechnet, also ohne Hinterbliebenenrenten, sind es 36,9 Prozent (Statistisches Bundesamt, 2024). Warum die beiden Zahlen so weit auseinanderliegen, steht auf Gender Pension Gap.
Was diese Zahlen nicht bedeuten: dass die gesetzliche Rente ausfällt. Sie ist und bleibt das Fundament. Sie ist nur kleiner als das, was man zum Weiterleben braucht — und diese Differenz ist rechenbar.
Wie viel Sie brauchen
Der gängige Richtwert: 80 bis 85 Prozent des letzten Nettoeinkommens halten den Lebensstandard. Manches fällt weg — Pendeln, Berufskleidung, der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung. Anderes kommt dazu: Gesundheit, Hilfe im Haushalt, mehr Zeit für Dinge, die Geld kosten.
In München eher am oberen Rand. Die Wohnkosten sinken im Ruhestand nicht, sie steigen mit den Nebenkosten. Es gibt allerdings einen Hebel, der alles andere übertrifft: eine abbezahlte Immobilie. Wer mit 67 schuldenfrei wohnt, senkt seinen Bedarf um genau die Summe, die andere für Miete aufbringen müssen — in München leicht 1.500 Euro im Monat.
Deshalb gehört die Tilgungsplanung in dieses Gespräch: Ein Darlehen, das mit 70 noch läuft, verschiebt die Rentenlücke nach oben. Eines, das mit 63 getilgt ist, halbiert sie fast. Mehr dazu unter Baufinanzierung München und, wenn die Zinsbindung ausläuft, unter Anschlussfinanzierung.
Die Reihenfolge, die sich lohnt
Nicht jeder Weg ist für jeden gleich gut. Die Reihenfolge folgt einer einfachen Logik: zuerst das Geld, das Sie nicht selbst aufbringen müssen.
- Was der Arbeitgeber bezuschusst. Wo ein Zuschuss fließt, verdoppelt sich Ihr Einsatz oft, bevor überhaupt eine Rendite ins Spiel kommt. Das schlägt jede Anlageentscheidung.
- Was steuerlich wirkt, solange Ihr Satz hoch ist. Beiträge, die heute das zu versteuernde Einkommen senken, sind in den Jahren mit dem höchsten Grenzsteuersatz am wertvollsten — typischerweise zwischen 40 und 55.
- Alles Weitere frei und flexibel. Was übrig bleibt, sollte erreichbar sein: Lebensläufe ändern sich, und ein Vertrag, den man 30 Jahre nicht anfassen kann, passt selten 30 Jahre.
- Und vor allem: das Einkommen absichern, von dem alle Sparraten abhängen. Das klingt wie ein Nebensatz und ist der wichtigste Punkt der Liste. Eine Berufsunfähigkeit mit 48 — dem statistischen Durchschnittsalter — beendet nicht nur das Gehalt, sondern jeden Sparplan gleichzeitig. Wer 300 Euro monatlich zurücklegt und dabei ungeschützt ist, hat die Reihenfolge umgedreht. Details unter Berufsunfähigkeit absichern.
Zur Produktebene, weil die Frage sofort kommt: Die heute üblichen Verträge sind fondsgebunden, und was darin angelegt wird, entscheiden Sie — ein aktiv gemanagter Fonds oder ein kostengünstigerer ETF, beides als Anlageoption innerhalb der Versicherung. Was das steuerlich bedeutet und wo die Kostengrenze liegt, steht unter fondsgebundene Rentenversicherung: Fonds oder ETF.
Was ich nicht mache
Ihnen einen Tarif nennen, bevor die Lücke steht. Die Frage „was kostet das im Monat" ist verständlich, aber sie ist die zweite. Die erste lautet: Wie groß ist der Betrag, der später fehlt — und was ist davon schon gedeckt?
Der häufigste Befund in meinen Gesprächen ist nämlich nicht eine fehlende Vorsorge. Es sind drei kleine Verträge aus drei Lebensphasen, die zusammen weniger leisten als angenommen, und von denen einer möglicherweise besser ruht als weiterläuft. Das kostet mich einen Abschluss und Ihnen spart es Beitrag.
Ihre Zahl, in drei Minuten
Der Rentenlücken-Rechner macht die Rechnung von oben mit Ihren Werten: Bruttorente, Sozialabgaben, tatsächlicher Bedarf, verbleibende Lücke — und der Kapitalbetrag, der nötig wäre, um sie zu füllen. Er läuft vollständig in Ihrem Browser; Ihre Zahlen verlassen das Gerät nicht.
Für das Gespräch danach bringen Sie idealerweise mit: die aktuelle Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung, Standmitteilungen bestehender Verträge, Unterlagen zur betrieblichen Vorsorge und — falls vorhanden — den Tilgungsplan Ihrer Finanzierung.
Erstgespräch kostenfrei und unverbindlich, auf Deutsch, Englisch oder Portugiesisch — in München-Pasing, per Video oder telefonisch.