Finanzberater München – Hendrik Benevides

Betriebliche Altersvorsorge: wann sich Entgeltumwandlung wirklich lohnt

Bei der betrieblichen Altersvorsorge wandeln Sie einen Teil Ihres Bruttogehalts in Beiträge für einen Vorsorgevertrag um. Der Staat verzichtet dafür heute auf Steuern und Sozialabgaben — holt sich in der Rentenphase aber einen Teil zurück. Ob sich das für Sie lohnt, entscheidet vor allem eine Zahl: was Ihr Arbeitgeber dazugibt. Als Finanzberater in München rechne ich Ihre bAV gegen den privaten Weg – kostenfreies Erstgespräch, unverbindlich.

Der Zuschuss entscheidet Nicht die Steuerersparnis trägt die bAV, sondern das, was Ihr Arbeitgeber dazulegt.
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Hendrik Benevides – Betriebliche Altersvorsorge: wann sich Entgeltumwandlung wirklich lohnt

Was betriebliche Altersvorsorge ist

Bei der betrieblichen Altersvorsorge — kurz bAV — verzichten Sie auf einen Teil Ihres Bruttogehalts, und dieser Teil fließt stattdessen in einen Vorsorgevertrag. Das nennt sich Entgeltumwandlung, und Sie haben darauf einen gesetzlichen Anspruch (§ 1a BetrAVG). Ihr Arbeitgeber kann sie nicht verweigern.

Der Reiz liegt auf der Hand: Weil das Geld vor Steuern und Sozialabgaben abfließt, kosten Sie 100 Euro, die brutto umgewandelt werden, netto oft nur etwa 50 bis 60 Euro. Der Haken liegt weiter hinten — in der Rentenphase. Und dazwischen liegt die Zahl, die tatsächlich entscheidet.

Die Zahl, die alles entscheidet: der Arbeitgeberzuschuss

Fast jede Darstellung der bAV führt mit dem Steuervorteil. Das ist der schwächere Teil der Rechnung. Der starke Teil ist der Zuschuss.

Gesetzlich vorgeschrieben sind 15 Prozent des umgewandelten Betrags — allerdings nur, soweit Ihr Arbeitgeber durch die Umwandlung tatsächlich Sozialabgaben spart (§ 1a Abs. 1a BetrAVG). Diese Pflicht gilt seit dem 1. Januar 2022 flächendeckend, also auch für Verträge, die vorher geschlossen wurden.

Viele Arbeitgeber zahlen erheblich mehr. 20, 30, 50 Prozent kommen vor, manche verdoppeln den Beitrag. Und hier wird es eindeutig:

Zuschuss des Arbeitgebers Was das bedeutet
15 % (gesetzliches Minimum) Rechenfrage — Steuervorteil heute gegen Beiträge später
ab ca. 20 % die bAV schlägt in aller Regel den privaten Weg
50 % oder mehr kaum zu schlagen; hier liegt Geld auf dem Tisch

Der Grund ist simpel und wird oft überdeckt: Ein Zuschuss ist ein Ertrag, den Sie erhalten, bevor überhaupt eine Rendite ins Spiel kommt. 20 Prozent Zuschuss entsprechen einem sofortigen Plus von 20 Prozent auf Ihren Einsatz. Keine Anlageentscheidung liefert das verlässlich.

Deshalb ist die erste Frage im Gespräch nie „welcher Tarif", sondern: Wie viel legt Ihr Arbeitgeber dazu? Steht das nicht im Arbeitsvertrag, steht es in der Versorgungsordnung oder einer Betriebsvereinbarung. Lohnt sich nachzufragen — die Antwort verändert die ganze Rechnung.

Wie viel Sie einzahlen dürfen

Die Grenzen hängen an der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung. Sie liegt 2026 bei 101.400 Euro im Jahr.

Diese Lücke zwischen den beiden Grenzen wird gern übersehen. Zwischen 4.056 und 8.112 Euro sparen Sie zwar noch Steuern, aber keine Sozialabgaben mehr. Der Vorteil halbiert sich in diesem Bereich faktisch — und weil die Beiträge in der Rentenphase trotzdem in voller Höhe anfallen, kippt die Rechnung hier häufig.

Praktische Folge: Die Umwandlung bis zur 4-Prozent-Grenze ist der attraktive Teil. Was darüber hinaus geht, sollte man einzeln durchrechnen, statt es automatisch mitzunehmen.

Der Durchführungsweg: meist die Direktversicherung

Das Gesetz kennt fünf Wege. In der Praxis dominiert einer.

Bei der Direktversicherung schließt Ihr Arbeitgeber eine Rentenversicherung ab, bei der Sie die versicherte Person und der Bezugsberechtigte sind. Die Beiträge fließen direkt aus Ihrem Bruttogehalt an den Versicherer.

Der entscheidende Vorteil ist die Übertragbarkeit. Bei einem Arbeitgeberwechsel kann der Vertrag mitgenommen, vom neuen Arbeitgeber fortgeführt oder privat weitergezahlt werden. Bei Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse und Direktzusage ist das je nach Konstellation deutlich sperriger.

Was innerhalb des Vertrags angelegt wird, entscheiden Sie in ähnlicher Weise wie bei einer privaten Fondsrente: ein aktiv gemanagter Fonds oder ein kostengünstigerer ETF. Wie sich das unterscheidet und was es steuerlich bedeutet, steht unter fondsgebundene Rentenversicherung.

Und die Rentenphase — der Teil, den niemand gern erzählt

Jetzt die andere Seite, offen auf den Tisch.

Auf Ihre spätere Betriebsrente zahlen Sie Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Für die Krankenversicherung gilt ein monatlicher Freibetrag, der jährlich angepasst wird; was darüber liegt, ist beitragspflichtig. Dazu kommt die Einkommensteuer auf die Rente.

Das ist der Preis dafür, dass in der Ansparphase weder Steuern noch Sozialabgaben anfielen: nachgelagerte Besteuerung. Die Idee dahinter ist, dass Ihr Steuersatz im Ruhestand niedriger liegt als im Berufsleben. Das trifft häufig zu, aber nicht immer — und die Krankenversicherungsbeiträge fallen in jedem Fall an.

Zwei weitere Punkte gehören dazu:

Genau deshalb ist der Arbeitgeberzuschuss so entscheidend. Er ist der Posten, der diese Nachteile überkompensiert. Ohne ihn muss der Steuervorteil sie allein tragen — und das gelingt ihm oft nur knapp.

Was gerade in Bewegung ist

Zur betrieblichen Altersvorsorge liegt ein Gesetzespaket vor, das unter anderem die Förderung für Geringverdiener ausweiten und automatische Beteiligungsmodelle erleichtern soll. Die Eckpunkte werden diskutiert, die verbindlichen Inkrafttretenszeitpunkte der einzelnen Regelungen sind damit noch nicht abschließend geklärt.

Für Ihre Entscheidung heute heißt das: Sie ändert sich dadurch nicht. Die Rechnung hängt an Ihrem Zuschuss und Ihrer Umwandlungshöhe, und beide Größen sind von der Reform nicht betroffen.

Die Reihenfolge, die ich einhalte

  1. Zuerst den Arbeitgeberzuschuss abholen. Bis zu der Höhe, die Ihr Arbeitgeber bezuschusst — dort ist der Ertrag sicher.
  2. Vorher das Einkommen absichern. Etwa jeder vierte Arbeitnehmer wird berufsunfähig, im Schnitt mit 48 Jahren. Das beendet nicht nur das Gehalt, sondern jeden Sparvertrag gleichzeitig. Details unter Berufsunfähigkeit absichern.
  3. Danach privat weiter, flexibel und in Ihrer Hand. Siehe private Rentenversicherung.

Wie groß Ihr Bedarf überhaupt ist, sagt der Rentenlücken-Rechner in wenigen Minuten — die Berechnung läuft vollständig im Browser.

Wann ich abrate

Wenn Ihr Arbeitgeber nur das gesetzliche Minimum zahlt und Sie ohnehin eine niedrige Rente erwarten. Dann können die Krankenversicherungsbeiträge in der Auszahlungsphase den Vorteil weitgehend aufzehren.

Wenn Sie in absehbarer Zeit Kapital brauchen — für einen Immobilienkauf etwa. Die Bindung bis zum Rentenbeginn ist dann ein echtes Hindernis.

Wenn Sie über die 4-Prozent-Grenze hinaus umwandeln wollen, ohne es durchgerechnet zu haben. In diesem Bereich fällt der Vorteil deutlich kleiner aus, als die Faustregel vermuten lässt.

Wie ich vorgehe

Zuerst die Unterlagen: Was steht in Ihrer Versorgungsordnung, wie hoch ist der Zuschuss, gibt es bereits einen Vertrag? Dann die Rechnung — Ihr heutiger Vorteil gegen die spätere Belastung, mit Ihren Zahlen statt mit Faustformeln. Und wenn dabei herauskommt, dass der private Weg für Sie besser passt, sage ich das.

Warum Hendrik Benevides Ihr Vorteil ist

Der Zuschuss des Arbeitgebers ist der eigentliche Hebel, nicht die Steuerersparnis. Wo er hoch ist, schlägt die bAV fast jede private Lösung. Wo er beim gesetzlichen Minimum bleibt, wird es eine Rechenfrage — und die rechne ich offen.

Auch mal abraten

Wenn die Rechnung für Sie nicht aufgeht, sage ich das – das kostet mich den Abschluss.

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Häufige Fragen

Ist eine betriebliche Altersvorsorge sinnvoll?

Das hängt fast vollständig am Arbeitgeberzuschuss. Gesetzlich vorgeschrieben sind 15 Prozent des umgewandelten Betrags, soweit der Arbeitgeber dadurch Sozialabgaben spart (§ 1a Abs. 1a BetrAVG). Viele Arbeitgeber zahlen deutlich mehr — 20, 30 oder 50 Prozent, manche verdoppeln. Ab etwa 20 Prozent Zuschuss schlägt die betriebliche Lösung in aller Regel den privaten Weg, weil Sie einen Ertrag erhalten, bevor überhaupt eine Rendite ins Spiel kommt. Bleibt es beim gesetzlichen Minimum, wird es eine echte Rechenfrage: Dann steht der Steuervorteil heute gegen die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung später, und dazu kommen die geringeren Ansprüche aus der gesetzlichen Rente.

Wie viel darf ich steuerfrei einzahlen?

Die Grenzen hängen an der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung, die 2026 bei 101.400 Euro im Jahr liegt. Steuerfrei sind Beiträge bis 8 Prozent davon, also 8.112 Euro im Jahr (§ 3 Nr. 63 EStG). Sozialabgabenfrei sind nur 4 Prozent, also 4.056 Euro im Jahr. Zwischen diesen beiden Grenzen sparen Sie zwar Steuern, aber keine Sozialabgaben mehr — genau dort wird die Umwandlung deutlich weniger attraktiv.

Was ist eine Direktversicherung?

Sie ist der mit Abstand häufigste der fünf Durchführungswege. Ihr Arbeitgeber schließt eine Rentenversicherung ab, bei der Sie die versicherte Person und der Bezugsberechtigte sind; die Beiträge fließen direkt aus Ihrem Bruttogehalt. Der praktische Vorteil: Sie ist übertragbar. Bei einem Arbeitgeberwechsel kann der Vertrag mitgenommen, vom neuen Arbeitgeber fortgeführt oder privat weitergezahlt werden. Genau das ist bei anderen Durchführungswegen oft schwieriger.

Welche Nachteile hat die betriebliche Altersvorsorge?

Drei, die vor dem Abschluss gehören. Erstens: In der Rentenphase zahlen Sie auf die Betriebsrente Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Für die Krankenversicherung gilt ein monatlicher Freibetrag, der jährlich angepasst wird — was darüber liegt, ist beitragspflichtig. Zweitens: Weil Sie auf einen Teil des Bruttogehalts verzichten, sinken auch Ihre Ansprüche aus der gesetzlichen Rente sowie Kranken- und Arbeitslosengeld etwas. Drittens: Das Geld ist bis zum Rentenbeginn gebunden. Vorher kommen Sie regulär nicht heran.

Was passiert bei einem Arbeitgeberwechsel?

Bei einer Direktversicherung haben Sie im Kern drei Wege: Der neue Arbeitgeber übernimmt den Vertrag und zahlt weiter, Sie führen ihn privat aus dem Nettogehalt fort, oder Sie stellen ihn beitragsfrei — dann bleibt das angesparte Kapital stehen und wird zum Rentenbeginn ausgezahlt. Kündigen ist regulär nicht möglich, und das ist ausnahmsweise ein Vorteil: Der Vertrag überlebt schwierige Phasen. Wichtig ist der Zeitpunkt: Klären Sie diese Übertragung, solange das alte Arbeitsverhältnis noch läuft.

Betriebliche oder private Altersvorsorge — was ist besser?

Es ist keine Entweder-oder-Frage, sondern eine Reihenfolge. Zuerst holen Sie den Arbeitgeberzuschuss ab, denn dort verdoppelt sich Ihr Einsatz teilweise, bevor eine Rendite eine Rolle spielt. Das schlägt jede Anlageentscheidung. Was danach noch an Sparrate übrig ist, gehört in eine Lösung, die Ihnen gehört und flexibel bleibt — mehr dazu unter private Rentenversicherung. Wer umgekehrt vorgeht und privat spart, während beim Arbeitgeber Geld liegen bleibt, verschenkt den einzigen sicheren Ertrag der ganzen Rechnung.

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Hinweis: Diese Darstellung ist eine unverbindliche Kurzinformation und ersetzt keine Beratung. Maßgeblich sind allein die aktuellen Versicherungsbedingungen, das Informationsblatt zu Versicherungsprodukten sowie der persönliche Vorschlag. Die Vermittlung erfolgt durch Hendrik Benevides, selbstständiger Finanzberater der Postbank Finanzberatung AG.

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